Die Diplom-Journalistin arbeitete unter anderem in der Medienbeobachtung, der Markt- und Meinungsforschung und in der PR eines Großunternehmens. Sie lebt in Wien.

Seit dem Jahr 2008 erscheinen ihre Romane und Krimis kontinuierlich im Ulrike Helmer Verlag, darunter »Ellen«, »Die Spitzenkandidatin«, »Küsse mit Zukunft« und die Krimis »Dunkle Erleuchtung« und »In jener Nacht« (CRiMiNA).

Nominierung

Carolin Schairer war 2011 mit ihrem Roman »Marie anderswie« für den DeLiA-Literaturpreis nominiert. (Neuauflage 2019)

© Doris Anna Klinda
© Doris Anna Klinda



Carolin Schairer im Interview

Bald erscheint Ihr neuer Roman, weitere sind bereits abgeschlossen. Das Lektorat hat Mühe, Schritt zu halten…. Dabei wirken Sie wie eine Frau, die lieber unterwegs ist und Leute trifft, als am Computer zu sitzen.

Ich fahre tagtäglich durch Wien und Niederösterreich, um Menschen zu treffen! Allerdings sind es Ärzte, denen ich ein paar Minuten Auszeit von ihren Patienten ermögliche … Wenn ich heimkomme, schreibe ich, am liebsten am Esstisch. Ich kann das aber auch an einem belebten Flughafen! Große Teile meines Romans »Ellen« sind so entstanden. Am Wochenende mache ich mir früh einen Kaffee und nutze die Stille in der Wohnung …

 

Wann haben Sie das Schreiben für sich entdeckt?

 

Das verdanke ich meiner Großmutter. Sie schrieb selbst Geschichten, über Hexen und Fabelwesen, und hat mir früh Lesen und Schreiben beigebracht. Bis zum Abitur hatte ich auf der Schreibmaschine meines Vaters um die dreißig Kurzromane verfasst! Alle unlesbar. Nur die Geschichte um Rachel, das Waisenmädchen – der Versuch eines historischen Romans! – ist ganz nett. Allerdings endete er nach 300 Seiten damit, dass Rachel von ihrem geliebten Grafen schwanger wurde … aber der war noch immer mit Beth verheiratet. Schluchz!

 

Inzwischen schreiben Sie über Karrierefrauen und alleinstehende Mütter, Heldinnen mit seelischen oder körperlichen Handikaps, düstere Schauspielerinnen, lakonische Landärztinnen und überraschende Mörderinnen. Was inspiriert Sie?

 

Schlicht und einfach: das Leben. Mich interessieren Geschichten, die real passieren könnten, und Menschen, die auf den ersten Blick undurchschaubar sind; Charaktere, die sich erst mit der Zeit öffnen; Frauen oder Männer, die Geheimnisse mit sich herumtragen bzw. die von ihrer Vergangenheit geprägt wurden.

 

Sie thematisieren auch lesbische Beziehungen – setzt das Ihrem Publikum Grenzen?

Mit meinen Romanen will ich schöne Lesestunden bieten, ob meine Leserin nun Frauen liebt oder nicht. Die Themen meiner Bücher sind so wenig auf sexuelle Vorlieben reduzierbar wie das Leben. Was lesbische Liebe angeht, ist mir wichtig zu zeigen, dass es sie auch außerhalb der Szene gibt. Und dass es wenig Sinn macht, heterosexuelle Normen abzuschütteln, um dann wieder in ein Korsett lesbischer »Do’s and Don'ts« zu schlüpfen.